Auf einem Tisch ist mit beschrifteten Steinen das Wort "Windrose" ausgeschrieben.

In diesem Jahr wagten wir uns wieder an ein reguläres Sommerlager, nachdem im Vorjahr nur Tagesprogramm am Stammesplatz angeboten wurde. Trotzdem beschäftigte uns die Pandemie, was sich schon durch den ungewöhnlichen Treffpunkt zeigte: Im Pfarrheim Rupert Mayer in Poing statt an der Grundschule in Anzing und zu – nach Stufen unterschiedlichen – Uhrzeiten. Hier wurden alle Mitfahrenden erstmal durch unsere geschulten Tester*innen mit Schnelltests auf eine Infektion geprüft. Anschließend konnten die Stufen gemeinsam zur S-Bahn laufen und traten die Reise ins Sommerlager dort mit einem SEV Bus an. Aufgrund der verschiedenen Bauarbeiten, die in den Sommerferien durch die Bahn durchgeführt wurden, glich die eigentlich einfache Fahrt nach Mammendorf eher einer Odysee mit vielen knappen Umstiegen. Dadurch verpassten manche Gruppen den Anschluss und mussten warten. Sogar die erfahrenen Rover*innen verfuhren sich und wurden von den Pfadis auf der Stammstrecke überholt. In Mammendorf angelangt warteten noch 1,6 Kilometer Fußweg vor uns, bevor wir am Jugendzeltplatz unsere diversen Zelte aufbauen konnten. Uns erreichte der erste Regenschauer, gerade als alle Zelte fertig aufgebaut waren. Alle bezogen ihre Schlafplätze und konnten dann im trockenen Aufenthaltszelt das erste Abendessen und einen gemütlichen Lagerfeuerabend genießen.

Eine Jurte dampft vom verdunsteten Wasser des vorhergehenden Regens.
Unsere Aufenthaltsjurte nach einem Regenschauer (von Jonas Schlögl).

Nach dem Frühstück spielten wir am Sonntag zunächst Kennenlernspiele und bastelten Namenskettchen. Am Nachmittag musste der geplante Freibadbesuch durch verschiedene Workshops ersetzt werden, da das Wetter weiterhin nicht mitspielte. So konnten die Seiten des neuen Liederbuchs in die Ordner einsortiert und die ersten Aufnäher des Sommerlages selbst mit Textilfarben gestaltet werden. Auch die Spielekiste mit ihren Bällen und Frisbees erfreute sich reger Benutzung. Am Abend hielten wir nach dem Abendessen eine Andacht, in der der Diözesankurat Andreas Sang unserem Stammeskuraten Jonas seine Beauftragung inklusive des Kuratenkreuzes überreichte. Des weiteren erhielten alle Neulinge als Zeichen der Zugehörigkeit zur jeweiligen Gruppe ihre Halstücher von den Stufenleiter*innen. Am Montag verließen wir unseren Lagerplatz und brachen wieder zur S-Bahn auf, um Stadtführungen in München zu machen. Dabei lernten wir besonders die Geschichte der Stadt kennen und wurden auf viele kleine Legenden und Symbole aufmerksam gemacht. Anschließend verbrachten wir in Stufen noch ein wenig Zeit in der Münchner Innenstadt und fuhren dann wieder nach Mammendorf, wo wir den langersehnten ersten Freibadbesuch des Sommerlagers umsetzen konnten.

Am Dienstag war Workshoptag. Dort konnten die Kinder lernen, wie man Brennesselchips macht oder mit dem Taschenmesser richtig umgeht. Außerdem wurden Henna-Tattoos gemacht, ein Escape Spiel gelöst und, passend zur Geschichte von David und Goliath, eine Marshmallow-Schleuder gebaut. Auch danach konnte wieder das Freibad besucht werden, wobei die große Rutsche besonders beliebt war. Am Dienstag folgte das komödiantische Highlight der Woche: Die Lagerhochzeit. Hierbei dürfen sich die Kinder und Jugendlichen für die verbleibende Zeit „verheiraten“, was mit Rechten und Pflichten im restlichen Lager einhergeht. So durften die verlobten Pärchen als erste Essen holen, mussten sich dafür im Gegenzug aber einmal gegenseitig Essen bringen. Die Hochzeit selbst wurde durch einen „Stammesbeamten“ und seinen zwei Gehilfen in Form eines kurzweiligen Improtheaters durchgeführt, bei der die 15 Pärchen sich das Ja-Wort gaben, „bis die S-Bahn sie scheide“.

Darauf folgten am Mittwoch und Donnerstag die Hikes der verschiedenen Stufen. Die Wölflinge begaben sich auf eine Stadtrallye durch Mammendorf, gingen ins Freibad und bereiteten ihre Versprechen vor, wenn sie sich dazu bereit fühlten. Auch das gemeinsame Kochen, teils sogar über dem Feuer, war eine tolle Erfahrung. Die Jupfis unternahmen ein ca. 15 km lange Wanderung mit leichtem Gepäck, bei der auch sie sich auf das Versprechen vorbereiteten und anschließend das Freibad besuchten. Die Besonderheit war hier, dass die Versprechensfeier in der Stufe und nicht mit dem ganzen Stamm stattfand. Hierbei legten 9 Jupfis ihr Versprechen ab. Die Pfadis hatten, wie so oft, die größten Ambitionen: Sie wanderten inklusive ihrer Schlafsachen und der Verpflegung bis zum 18 km entfernten Ammersee und suchten sich dort einen Schlafplatz im Grünen und kehrten am Donnerstag zerstochen aber glücklich wieder zurück. Die Rover ließen es hingegen ruhiger angehen und kochten im eigenen Dutch Oven Pulled Pork und veranstalteten einen Rutschwettbewerb. Am Donnerstagabend folgte die Stammesversprechensfeier, bei der 7 Wölflinge und X Pfadis ihr Versprechen ablegten und zum Teil in den Weltbund der Pfadfinder*innen aufgenommen wurden.

Ein Kind steht bei einem Leiter, um sein Pfadfinderversprechen abzulegen.
Ein Wölfling legt sein Versprechen ab (von Sandra Zöppel).

Am Freitag mussten die anstrengenden Tage zuvor ausgeglichen und Kraft für den noch bevorstehenden Abreisetag gesammelt werden. Daher gab es einen Wellness Tag. Das Frühstück fand später statt und wurde zusätzlich mit Rührei angereichert. Dann gab es Hot-Stones Massagen, eine Tee- und Spiele-Ecke, einen Comiclesestand, einen Fitnesszirkel, Gesichtsmasken und Nagellack, also alles, was das entspannte Pfadfinder*innen-Herz so begehrt. Obligatorisch war natürlich noch der Freibadbesuch, um ein letztes mal ein paar Bahnen zu schwimmen, die Rutsche herunterzudüsen oder einfach nur im Wasser herumzutollen. Am Abend war als Abschluss ein Geländespiel geplant, bei dem sich die Kinder und Jugendlichen in altersgemischten Gruppen auf einer Südsee-Insel wiederfanden und auf Schatzsuche gehen sollten. Die Schatzkarte gab es aber nur bei den Bewohner*innen der Insel, die durch die Leiterrunde dargestellt wurden und teils schwierige Herausforderungen bereithielten. Am Ende gelangten alle Gruppen an ihre Schätze und konnten sich zur letzten Nacht betten. Am letzten Tag wurde früh geweckt, da wir bis 12 Uhr unsere Zelte abgebaut haben und den Platz – pfadfinderisch sauberer als wir ihn vorgefunden haben – verlassen mussten. Noch am Platz erfolgte wie immer ein Abschlusskreis und nach einem letzten Schlachtruf und Gut Pfad brachen wir wieder zur S-Bahn auf und kamen müde und erschöpft, aber sehr glücklich von den vielen Erfahrungen und neuen Freund*innen wieder gut in Poing an der S-Bahn an.

In einer Jurte sitzen bei Nacht Menschen um ein Lagerfeuer.
Einer der zahlreichen Lagerfeuerabende (von Sandra Fuchs).

An dieser Stelle möchten wir uns als Leiterrunde bei unserer Küche, Sandra 2 und Lars von den Hohenlindner Pfafinder*innen bedanken, die uns alle sehr gut versorgt haben. Auch dem Förderverein unseres Stammes gilt unser Dank, da sie uns die Stadtführungen in München finanziert haben. Weiterhin danken wir der Gemeinde Poing für das unkomplizierte Ausleihen des Jugendbusses, der Pfarrei St. Michael Poing für die Räumlichkeiten im Pfarrheim zum Testen zu Beginn der Fahrt und allen Anderen, ohne die dieses Sommerlager nicht funktioniert hätte.

Gut Pfad!

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